Automatischer Externer Defibrillator (AED)

Umgangssprachlich wird diese Errungenschaft der modernen Medizin auch als „Laiendefibrillator“ oder kurz als „Defi“ bezeichnet. Ein Leben rettendes, kleines technisches Wunderwerk, das in oder an öffentlichen Gebäuden, in Bahnhöfen oder Flughäfen in zunehmender Weise aufzufinden ist.

An dieser Stelle ein kleiner Ausflug in die Medizin:

Etwa 120.000 Mal im Jahr, allein in Deutschland, kommt es zu Vorfällen die man als „plötzlichen Herztod“ bezeichnet. Da bricht ein Mensch unerwartet und scheinbar ohne jegliche Vorzeichen zusammen, Herz und Atmung versagen augenblicklich. Nun hat die moderne Medizin aber Kenntnis davon, dass solche Vorfälle nicht mit einem abrupten Herzstillstand einhergehen.

In den allermeisten Fällen kommt es bei solchen medizinischen Vorfällen zu einem Herzflimmern. Ein um das Vielfache erhöhter Herzschlag (300 Schläge/Impulse oder auch mehr) lassen nicht mehr zu, dass man den Puls ertasten kann.

Dieses Herzflimmern dauert ein- bis zwei Minuten, vielleicht auch drei Minuten an, abhängig von unzähligen Faktoren. Durch die viel zu hohe Anzahl der Herzschläge (Sie erinnern sich: 60 – 80 Schläge in der Minute sind in Ruhelage als normal anzusehen) kann sich das Herz nicht mehr öffnen und damit kein Blut mehr aufnehmen um es in der Körper zu transportieren. Das Opfer ist aufgrund dieses Umstandes bereits bewusstlos. Man kann diesen extrem hohen Puls nicht ertasten, sieht, hört oder fühlt keine Atmung mehr.

Für diese kurze Zeitspanne des Herzflimmerns wurde der automatische externe Defibrillator entwickelt. „Defibrillieren“ bedeutet „Entflimmern“. Der AED wirkt auf den Taktgeber des Herzens, den Sinusknoten, mit einem Elektroschock ein, fordert den Sinusknoten auf, seine unkontrollierte Vielzahl von Impulsen einzustellen, um ihm die Möglichkeit zu verschaffen, seinen Leben bewahrenden Takt von 60 – 80 Impulsen wieder aufzunehmen.

Der AED „schockt“ das Herz also durch einen kontrollierten, auf den Körper abgestimmten Stromstoß, „schießt“ das Herz für Sekundenbruchteile in den Stillstand, um dem Sinusknoten einen „Neustart“ zu ermöglichen.

Nur zur Erinnerung: Dies alles müsste binnen drei Minuten geschehen. Die Chance solch ein Ereignis zu überstehen, das Krankenhaus wieder als geheilt verlassen zu können, liegt dann bei über 50%.

Keinem Rettungsfahrzeug, keinem Notarzt ist es möglich innerhalb von drei Minuten am Ort des Geschehens einzutreffen. Von der Feststellung des Ereignisses bis zum Notruf vergeht durchschnittlich schon einmal die Hälfte der Zeit, bis zu 90 Sekunden – und leider darüber hinaus. Findet sich hier kein beherzter Ersthelfer verringert sich die Überlebenschance in jeder untätigen Minute um 10%. Bereits ab der dritten untätigen Minute kann das Gehirn irreparable Schäden davon tragen, da es nicht mit Blut, also auch nicht mit Sauerstoff versorgt wird … und die Chancen auf ein Überleben schwinden weiter.

Voraussetzung für den Einsatz des AED sind Kenntnisse über die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW).

Nein …, hören Sie jetzt nicht auf zu lesen, denn 

… wir möchten noch an SIE appellieren!

Wir Menschen in den Industriestaaten beschäftigen uns stundenlang mit der Bedienungsanleitung unseres neuen Mobilfunktelefons, um auch die allerletzte Funktion zu ergründen. Im Laufe unseres Lebens widmen wir uns mehrere Wochen der Anschaffung und den Bedienungsanleitungen von Geräten aller Art. Nehmen wir uns doch einmal 4 – 5 Stunden Zeit für die nobelste und spannendste Aufgabe die das Leben für uns bereithält: Der (Mit-) Menschlichkeit.

Die Hilfsorganisationen unseres Landes bieten eigene AED- und HLW -Schulungen an. Man benötigt keine medizinischen Vorkenntnisse, sondern lediglich die Bereitschaft zu helfen, den Willen sich auf das „Abenteuer Mensch“ einzulassen.

Die begleitende Angst vor Fehlern ist unbegründet. Einen Notruf (112) zu tätigen, den AED einzuschalten, die beiden Elektroden nach der vorhandenen Bebilderung auf dem entblößten Oberkörper aufzukleben und dem Sprachprogramm zu folgen, muss uns keine Furcht bereiten. Der AED gibt uns die Anweisungen; eine ungewollte, versehentliche Schockabgabe ist nicht möglich. Was noch fehlt sind die Handgriffe der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Dies alles ist in wenigen Stunden erlernbar und vermittelt einem das gute, fast schon erhebende Gefühl nicht nur sein eigenes Handy oder den Laptop mit all seinen Programmen zu beherrschen, sondern auch einen externen automatischen Defibrillator. Eine Errungenschaft der Medizintechnik, die nur darauf wartet von Laien entdeckt zu werden - um Leben zu retten. Was für einen Nutzen hat die Installation der Geräte an öffentlichen Plätzen, wenn niemand bereit ist diese auch gezielt einzusetzen?

Diese Geräte wurden nicht allein für Profis entwickelt, sondern für Menschen, die sich für Menschen interessieren.

Jeder Einzelne, der sich mit der Handhabung eines AED beschäftigt und die damit verbunden Handgriffe der HLW erlernt, stellt eine kolossale Bereicherung unserer Gesellschaft dar.

Notrufsaeule

Auch in Feldafing haben wir 4 öffentlich zugängliche Notrufstationen, je mit einem Defibrillator ausgestattet, eingerichtet. Sie finden diese am Wertstoffhof Feldafing, am Strandbad Feldafing, im Freibad Garatshausen und Wieling am Pumpenhäuschen (siehe Karte). Über die Notruf-Funktion können sie einen Notruf bei der Integrierten Leitstelle absetzen, dann wir die Tür zum Defibrillator geöffnet und sie können weitere Anweisungen von der Leitstelle erhalten, während parallel die Einsatzkräfte - First Responder, Rettungswagen, Notarzt - alarmiert werden. Alternativ gibt es auch einen Notknopf für die Öffnung. Auch in diesem Fall wird automatisch alarmiert.

Sie haben noch Fragen zu diesem Thema … oder sich gar entschlossen näheres über Ausbildungen zu erfahren?

Glauben Sie uns, nichts würde uns mehr freuen – wir helfen Ihnen gerne.